Weltweit für ein menschenwürdiges Zuhause – 45 Jahre DESWOS e. V.

Weltweit für ein menschenwürdiges Zuhause – 45 Jahre DESWOS e. V.

Als Mathilda Ephraim Shoo aus Arusha, einer Provinzhauptstadt im Norden Tansanias, ihr neues Haus bezieht, sagt sie: „Das wird mein Zuhause sein, wo ich bleiben kann, wo mich keiner weg- schicken kann. Heute sehe ich, dass ich ein Mensch bin.“ Frau Shoo ist eine von über 35.000 Menschen weltweit, deren Lebensumstände sich dank der DESWOS (Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e. V.) deutlich verbessert haben.

In Arusha unterstützte die DESWOS 2011 ein lokales Siedlungsprojekt für alleinerziehende Mütter. Denn diese und ihre Kinder leben in dem ostafrikanischen Land oft unter unvorstellbaren Bedingungen, nicht selten auf weniger als zehn Quadratmetern. Gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Diözese von Arusha und in enger Absprache mit den zukünftigen Bewohnerinnen unterstützte die DESWOS den Bau kleiner Siedlungen mit insgesamt 72 soliden 2- bis 3-Zimmer-Häusern mit Außentoiletten, Gemeinschaftsräumen und Kinderspielmöglichkeiten.

Die Häuser waren keine Geschenke an die Mütter – diese haben beim Bau selbst mit angepackt und zahlen einen Teil der Investition seit ihrem Einzug in monatlichen Raten zurück. Denn ein wichtiges Grundprinzip bei allem, was die DESWOS tut, ist: Die Hilfe soll nachhaltig wirken und die Menschen befähigen, sich langfristig selbst zu helfen. Daher wurde das Siedlungsprojekt in Arusha auch von Aufklärungskursen zu Gesundheit, Ernährung und Hygiene begleitet.

Projekte wie das in Arusha initiiert die DESWOS rund um den Globus – in Ländern wie Indien, Nicaragua oder Ruanda. Sie baut und renoviert Schulen, Kindertagesstätten, Brunnen und Wohnhäuser. Stets in Kooperation mit anderen Organisationen, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskennen. Und vor allem: Unter Einbeziehung der Menschen, denen die Hilfe zugutekommen soll.

Die DESWOS wurde 1969 von den damals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen – darunter auch den WeitBlick-Unternehmen – und ihren Verbänden gegründet. Von diesen kommt auch ein Teil der Mittel, mit denen die DESWOS den Menschen hilft. Hinzu kommen Spenden von Privatpersonen und Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Die DESWOS hat mit ihren Projekten nicht nur menschenwürdigen Wohnraum geschaffen. Durch umfassende begleitende Programme für Bildung, Arbeit und Gesundheit ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der weltweiten Armut geleistet worden“, lobt Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der ehemalige Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert hat die DESWOS über 10 Jahre als Schirmherr unterstützt. Er sagte: „Ein menschen- würdiges Zuhause, das ist mehr als die eigenen vier Wände. Es ist Geborgenheit, Nachbarschaft, Identität. Etwas, das man nicht zerstört. Etwas, das Frieden stiftet. Die DESWOS zeigt, wie man so was auf die Beine stellt.“ Mathilda Ephraim Shoo ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Konzept funktioniert. Sie schafft es inzwischen, mit ihrer Arbeit das Haus langsam abzubezahlen und ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Zurzeit schmiedet sie Pläne zum Aufbau einer Selbstständigkeit. Das neue Zuhause war für sie nur ein Anfang.

Unter www.deswos.de finden Sie weitere Informationen zur DESWOS. Wenn Sie die Arbeit des Vereins mit einer Spende unterstützen möchten, richten Sie diese an folgende IBAN: DE87 3705 0198 0006 6022 21.